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"Die Treue eines Hundes ist ein kostbares Geschenk, das nicht minder bindende moralische Pflichten auferlegt als die Freundschaft eines Menschen." Konrad Lorenz |
Zu diesen moralischen Pflichten gehört es, den Hund als eigenständig denkendes und fühlendes Lebewesen wahrzunehmen und als solches zu behandeln- nicht als reinen Befehlsempfänger, der kein Recht auf eigenen Willen hat. Hunde haben aus ihrer Sicht immer gute Gründe für ihr Verhalten, auch wenn es ihre Menschen nicht immer gut heißen. Vor allem bei der Arbeit an problematischen Verhaltensweisen gilt es daher, zunächst lingua Canis - die Sprache des Hundes - zu lernen, um verstehen zu können, wie und warum sich diese Tiere verhalten. Nur auf Basis dieses tieferen Verständnis für sein Wesen kann ein für den Hund faires Training erfolgen. Die Sprache des Hundes zu kennen erleichtert es außerdem, dem Hund im Training klar zu machen, was von ihm erwartet wird. Und nur wenn der Hund weiß, was von ihm erwartet wird, kann er erfolgreich sein, Spaß an der Sache haben und freudig motiviert lernen.
Zu diesen moralischen Pflichten gehört weiters, nicht jedes erdenkliche Mittel zum Erreichen der eigenen Ziele einzusetzen. In der Fachliteratur werden verschiedenste Methoden zur Ausbildung von Hunden vorgestellt, der Handel bietet eine immer breitere Palette an allen möglichen Trainingsutensilien und neuerdings sieht man auch im Fernsehen, wie aus echten Problemhunden innerhalb weniger Tage richtige Lämmchen werden. Auch professionelle Hundetrainer haben völlig gegensätzliche Ansichten von Hunden und dem Umgang mit ihnen. Diese enorme Vielfalt beweist, dass es bei der Arbeit mit Lebewesen eben keine Patentrezepte gibt. Jeder Hund ist anders und viele Wege führen auch hier nach Rom. Im Sinne von Konrad Lorenz kommen bei lingua Canis ausschließlich Trainingsmethoden zum Einsatz, die dem Hund weder Schmerzen bereiten, noch ihm Angst machen oder seine Würde verletzen. Starkzwang, in welcher Form auch immer, wird nicht praktiziert. Leinenruck wird nicht als Erziehungsmittel eingesetzt. Ebenso abgelehnt werden sogenannte "sanfte" Methoden, die dem Hund zwar nicht direkt Schmerzen bereiten, bei genauerem Hinsehen jedoch nur über Schreckreize arbeiten.
Wichtigstes Hilfsmittel bei fairem Hundetraining ist die genaue Kenntnis biologischer Lerngesetze. Darauf aufbauend können optimale Lernbedingungen geschaffen werden und die Fähigkeiten des Hundes bestmöglich gefordert werden. Ein anderes wichtiges Hilfsmittel ist die Belohnung. Ein Stück Wurst im richtigen Moment verhilft dem Hund zu vielen kleinen Erfolgen im Training und steigert seinen Ehrgeiz enorm. So bleibt er motiviert und freudig bei seinen Lernaufgaben. Und Hunde, die gerne lernen müssen nicht durch Angst vor Strafe dazu gebracht werden, das zu tun, was Menschen möchten. In aller Regel reichen Brustgeschirr und eine am besten 3m lange Leine als zusätzliches Equipment für das Training aus. Wenn es gelingt, dass Hunde und Menschen beginnen, miteinander zu kommunizieren, wird ein harmonisches Zusammenleben möglich und jedes weitere Hilfsmittel überflüssig.
Durch Fairness und Verständnis im täglichen Miteinander zwischen Mensch und Hund entsteht die so oft zitierte gute Bindung. Mit genügend Wissen über das Verhalten und die Kommunikation von Hunden kann ihnen auch in schwierigen Situationen adäquat geholfen werden. Und damit erlangen Menschen die nötige Souveränität, die sie für Hunde zu geeigneten Rudelführern macht. Souveränität und Vertrauen sind hierzu viel wichtiger, als ständige Dominanzgesten und sogenannte "artgerechte" Disziplinierungen.